Schneefall, Glätte und kaum geräumte Fahrradwege
Wir fordern kurzfristig für die Monate Januar und Februar 2026 ein kostenloses ÖPNV-Winterticket für alle Kinder in Bielefeld
Die Lobbyisten für Kinder fordern angesichts der aktuellen Wetterlage und der kaum geräumten Radwege kurzfristig ein Handeln der Stadt Bielefeld und von „Mobiel“.
„Ganz abgesehen davon, dass wir ganzjährig ein kostenloses ÖPNV-Ticket für alle Schüler in der Stadt fordern, möchten wir zumindest Druck auf die Politik machen und uns für ein kostenloses Winterticket für die Monate Januar und Februar stark machen“, sagt Nicole Reese.
Denn alle Kinder, die die einfache Mindestentfernung zur nächstgelegenen Schule unterschreiten (in der Primarstufe mehr als 2 km, der Sekundarstufe I mehr als 3,5 km, der Sekundarstufe II mehr als 5 km), müssen ein ÖPNV-Ticket, das für Schulfahrten nutzbar ist, selbst zahlen (ausgenommen Inhaber eines Bielefeld-Passes, Empfänger von SGB XII oder SGB II-Leistungen mit Schülerfahrkostenanspruch). Die günstigste Alternative kostet ab Januar 2026 43,- Euro pro Kind, allerdings muss der Antrag auf das Deutschlandticket für Schüler bis zum 20. des jeweiligen Vormonats bestellt werden, nachdem die Schule eine Bestätigung ausgefüllt hat, was für Januar nicht mehr umsetzbar ist.
„Lange Rede, kurzer Sinn, alle Schüler, die angesichts der Wetterlage Schwierigkeiten haben zur Schule zu kommen, müssen entweder von den Eltern gebracht werden, sich wagemutig auf den Drahtesel schwingen, lange Wege zu Fuß zurücklegen oder in den sauren Apfel beißen und das Deutschlandticket für Erwachsene für 63,- Euro erwerben“, ärgert sich Reese. „Dies ist für die meisten Eltern, gerade, wenn sie mehrere Kinder haben, schlicht nicht zumutbar“.
Die Kosten für ein bielefeldweites Schüler-Winterticket sind gering, denn der ÖPNV fährt ja sowieso und ist damit quasi schon bezahlt. Die Kontrolle ist einfach. Alle Kinder ab Klasse 5 bzw. 10 Jahren zeigen einfach ihren Schülerausweis einer Bielefelder Schule vor und dieses gilt dann als Ticket.
„Hiermit erhöhen wir die Verkehrssicherheit, machen den ÖPNV bekannter und reduzieren unnötige Privatfahrten mit dem PKW“, sagt Reese.
Falls jetzt diejenigen, die das Deutschlandticket als Selbstzahler oder Anspruchsberechtigter besitzen, meinen, das sei ungerecht, ist hier einzuwenden, dass das „Winterticket“ nur in Bielefeld Geltung hat und nicht über die Stadtgrenzen hinaus genutzt werden kann, anders als das Deutschlandticket.
„Wir appellieren hier ausdrücklich an die Oberbürgermeisterin dies zur Chefsache zu machen und kurzfristig, am besten morgen, zusammen mit „Mobiel“ das „Winterticket“ einzuführen, um zu zeigen, dass Ihnen die Belange von Kindern, Jugendlichen und Familien wichtig sind und unbürokratisch helfen“, meint Nicole Reese von den Lobbyisten.