Kostenloses ÖPNV-Winterticket für alle Kinder in NRW

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Schneefall, Glätte und kaum geräumte Fahrrad- und Fußwege – Die Partei Lobbyisten für Kinder „LfK“ fordern kurzfristig für die Monate Januar und Februar 2026 ein kostenloses ÖPNV-Winterticket für alle Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen und ab dem Schuljahr 2026/27 ein ganzjähriges kostenloses Schülerticket für den jeweiligen innerstädtischen bzw. regionalen Nahverkehr

Die Lobbyisten für Kinder fordern angesichts der aktuellen Wetterlage und der kaum geräumten Rad- und Fußwege kurzfristig ein Handeln der der Landespolitik bzw. der Kommunen und machen uns stark für ein kostenloses Winterticket für alle Schülerinnen und Schüler in NRW für die Monate Januar und Februar 2026 für den jeweiligen innerstädtischen bzw. regionalen Nahverkehr. „Wir möchten angesichts des Wetters hier jetzt weiter Druck auf die Politik machen und hoffen auf eine kurzfristige Zusage“, sagt Nicole Reese aus dem NRW-Vorstand der Partei.

Denn landesweit gilt: Alle Kinder, die die einfache Mindestentfernung zur nächstgelegenen Schule der gewählten Schulform (selbst wenn sie diese gar nicht besuchen) unterschreiten (in der Primarstufe mehr als 2 km, der Sekundarstufe I mehr als 3,5 km, der Sekundarstufe II mehr als 5 km), müssen ein ÖPNV-Ticket, das für Schulfahrten nutzbar ist, selbst zahlen. Die günstigste Alternative, das Deutschlandticket, kostet ab Januar 2026 43,- Euro pro Kind. In einigen Städten muss dieses Ticket auch noch im Vormonat beantragt werden, sodass der Kauf der vergünstigten Alternative für Januar nicht mehr umsetzbar ist.

„Lange Rede, kurzer Sinn, alle Schüler, die angesichts der Wetterlage Schwierigkeiten haben zur Schule zu kommen, müssen entweder von den Eltern gebracht werden, sich wagemutig auf den Drahtesel schwingen, lange Wege zu Fuß zurücklegen oder in den sauren Apfel beißen und das Deutschlandticket für Erwachsene für 63,- Euro erwerben“, ärgert sich Reese. „Dies ist für die meisten Eltern, gerade, wenn sie mehrere Kinder haben, schlicht nicht finanzierbar und unzumutbar“. Nachdem Reese, die in Bielefeld kommunalpolitisch aktiv ist, dies zunächst nur für ihre Stadt gefordert hatte, hat sich die Spitze der Partei entschieden, das Winterticket für ganz NRW zu fordern.

Ein solches Schüler-Winterticket wäre sehr leicht umsetzbar, denn Busse und Bahnen fahren ja sowieso und die Infrastruktur ist vorhanden. Die Kontrolle ist einfach. Alle Kinder ab Klasse 5 bzw. 10 Jahren zeigen einfach ihren Schülerausweis vor und dieses gilt dann als Ticket. „Hiermit erhöhen wir die Verkehrssicherheit, sichern die Teilhabe und Mobilität von Kindern und Jugendlichen, machen den ÖPNV bekannter und erfahrbar und reduzieren auch noch unnötige Privatfahrten mit dem PKW“, sagt Susanne Dohn, die in Düsseldorf für die Partei aktiv ist. Ein geeignetes Schülerticket gibt es in NRW nicht. Wer selbst zahlen muss, landet sofort bei der teuren deutschlandweiten Schülercard – ein überteuertes System, das Familien belastet und Mobilität erschwert.

„Wir appellieren hier ausdrücklich an die zuständigen Minister, allen voran Frau Feller, Frau Paul und Herrn Krischer, aber auch an den Städte- und Gemeindebund NRW sowie die Kommunen als Träger des Schülerverkehrs. Zudem wollen wir, dass Herr Wüst als Ministerpräsident, der immer wieder davon spricht, wie wichtig Familien und Kinder sind, dies zur Chefsache erklärt“, meint Reese. Das kostenlose Winterticket muss schnell kommen!

Zudem fordern wir, dass ab August 2026, also zum kommenden Schuljahr ein kostenloses Schülerticket für den jeweiligen innerstädtischen bzw. regionalen Verkehr installiert wird, so wie es bereits Hamburg und Berlin vormachen. Wer darüber hinaus ein Deutschlandticket benötigt, kann draufzahlen, denn vorrangig geht es um die Mobilität für Schulfahrten und Fahrten, um Freunde zu besuchen oder an Angeboten in der Stadt/Region teilnehmen zu können. Das Deutschlandticket zu haben, ist sicher nett, aber für die meisten Kinder und Familien nicht essenziell.

Ein dauerhaft kostenloser ÖPNV für alle Schüler entlastet alle Familien, baut Bürokratie ab, ist gerecht und steht allen zu, unabhängig von Kilometergrenzen oder Zufällen, nämlich davon, auf welcher Schule man einen Schulplatz ergattert hat. Es leistet damit einen wichtigen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit und ist Baustein für eine mobilitätssichernde und klimafreundliche Verkehrspolitik.