Familien zahlen drauf: Düsseldorfer Schwimmbäder benachteiligen Familienkarten-Inhaber
Die Partei Lobbyisten für Kinder NRW kritisiert die derzeitigen Ticket- und Buchungssysteme der Düsseldorfer Schwimmbäder scharf. Nach Hinweisen betroffener Familien werden Familien mit Kindern beim Zugang zu Schwimmbädern organisatorisch und finanziell benachteiligt.
Nach Angaben betroffener Familien kann die Familienkarte im Online-Buchungssystem der Bädergesellschaft Düsseldorf nicht berücksichtigt werden. Die mit der Familienkarte verbundenen Vergünstigungen werden ausschließlich an den Bäderkassen gewährt. Dasselbe gilt für Ermäßigungen bei Studenten oder Inhaber des Düsselpass.
Die Partei Lobbyisten für Kinder hatte dazu bei der Bädergesellschaft Düsseldorf angefragt. Zur Begründung verweist die Bädergesellschaft darauf, dass die Anspruchsberechtigung regelmäßig durch Vorlage der Familienkarte und eines Lichtbildausweises kontrolliert werden müsse. Eine technische Umsetzung im bestehenden Online-System sei deshalb derzeit nicht möglich. Zudem sei aktuell keine Änderung des Verfahrens geplant.
Die Partei Lobbyisten für Kinder NRW sieht diese Begründung jedoch kritisch. Nach Berichten mehrerer Familien werde bei der Nutzung der Familienkarte in der Praxis häufig lediglich die Familienkarte vorgelegt. Eine zusätzliche Kontrolle von Lichtbildausweisen finde nach deren Erfahrungen nur selten oder gar nicht statt.
Für Familien bedeutet dies weiterhin, dass sie von den Vorteilen einer frühzeitigen Online-Buchung nur eingeschränkt profitieren können. Während andere Besucherinnen und Besucher Tickets bequem online erwerben und von günstigen Tarifen profitieren können, müssen Familien ihre Ermäßigung zwingend vor Ort geltend machen.
Gerade an stark besuchten Tagen kann dies dazu führen, dass Familien schlechtere Chancen auf einen Schwimmbadbesuch haben, wenn Sie die Rabattierung vor Ort nutzen wollen, da es z.B. an heißen Tagen im Freibad häufig Einlassstopps gibt.
Die Partei sieht darin eine strukturelle Benachteiligung von Familien.
„Gerade Familien mit Kindern sollten durch digitale Angebote entlastet und nicht zusätzlich belastet werden. Verwaltung und Buchungssysteme müssen sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren – nicht umgekehrt“, so Flüchter weiter.
Die Partei Lobbyisten für Kinder NRW fordert daher die digitale Anerkennung der Familienkarte im Online-Ticketverkauf, sowie eine familienfreundliche Weiterentwicklung der Buchungssysteme.
„Familienförderung darf nicht an technischen Hürden scheitern“, betont Flüchter abschließend.