„Kinder dürfen nicht mit einem Trostpflaster abgespeist werden“ – Lobbyisten für Kinder in MV sehen Kita-Einigung nur als ersten Schritt
Die Lobbyisten für Kinder MV bewerten die vorgestellte Kita-Einigung der Landesregierung als einen begrenzten Fortschritt, mahnen jedoch deutlich ambitioniertere Verbesserungen bei den Betreuungsschlüsseln an.
„Jede Verringerung der Kinderzahlen pro Fachkraft ist grundsätzlich zu begrüßen. Dass es überhaupt Bewegung gibt, ist besser als weiterer Stillstand“, erklärt Henning Walter/ Landesvorstand.
Gleichzeitig dürfe diese Einigung nicht als großer Durchbruch verkauft werden. Die vereinbarten Betreuungsschlüssel bleiben weiterhin deutlich hinter dem zurück, was aus Sicht kindgerechter frühpädagogischer Qualität notwendig wäre.
„Die zentrale Frage muss lauten: Was ist für Kinder am besten? Politik muss sich zuerst am Kindeswohl orientieren – nicht an parteipolitischen Interessen oder ausschließlich am Erhalt bestehender Strukturen.“ so René Becke, Mitglied des Landesvorstandes.
Die Lobbyisten für Kinder MV weisen darauf hin, dass hochwertige frühkindliche Bildung dauerhaft Investitionen erfordert. Eine ehrliche Debatte über die zukünftige Finanzierung der Kitas sei deshalb unausweichlich. „Beitragsfreiheit allein darf kein Selbstzweck sein. Entscheidend ist die Qualität der Betreuung. Wenn bessere Betreuungsschlüssel erreicht werden sollen, wird Mecklenburg-Vorpommern langfristig auch über eine sozial ausgewogene Beteiligung der Eltern oder alternative Finanzierungsmodelle sprechen müssen.“ so René Becke weiter.
Die Partei fordert die Landesregierung auf, die angekündigten Maßnahmen ausdrücklich als Zwischenschritt zu verstehen und bereits jetzt einen verbindlichen Fahrplan für weitere Verbesserungen vorzulegen. Henning Walter: „Kinder brauchen keine politische Selbstzufriedenheit. Sie brauchen bessere Rahmenbedingungen – und zwar konsequent, dauerhaft und mutig.“